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Dokument-Nr. 6440
Pfarrgemeinde Böhmisch-Röhren an Bischöfliches Ordinariat Budweis
Böhmisch-Röhren, 06. Januar 1921

Abschrift
Die gesamte Pfarrgemeinde Böhmisch-Röhren ersucht ebenso ehrfurchtsvoll als mit einmütiger Entschiedenheit, keine m anderen petierenden hochwürdigen Herren das freigewordene Pfarrbenefizium verleihen zu wollen als ihrem jetzigen Seelsorger, dem hochwürdigen Herrn Eduard Pechtl, welchem schon vor seiner bischöflichen Bestellung hieher der Ruf eines eifrigen und sehr tüchtigen Priesters voranging und der nun den hohen Anforderungen eines solchen (Rufes) länger als ein Jahr hindurch vollauf gerecht wurde.
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Insbesondere aber und ausdrücklich müßten wir protestieren gegen eine etwaige Besetzung unserer Pfarre durch den gegenwärtigen Herrn Pfarrer von Fürstenhut, dem in der ganzen Umgegend kein guter Ruf zur Seite geht und gegen den die kanonischen Hindernisse odium plebis und bonae existimationis amissio penes probos et graves viros (Cod. iur. can., Can. 2147 §2, 2f) obwalten. (Es wurde ihm von der hiesigen Bevölkerung gar übel vermerkt und über seinen kirchlichen Eifer gar übel gesprochen, daß und weil er bei seiner Besichtigung der Pfarre vor wenigen Tagen ganz unterlassen [sic], das Kircheninnere anzuschauen.)
Vor Gott und ihrem Gewissen, vor dem Forum der Kirche als der Gesamtheit aller rechtgläubigen Christen mögen jene, denen nach Gottes Fügung das Entscheidungsrecht zusteht, auch die Verantwortung tragen, wenn trotz unserer Warnung, trotz unserer Beschwerden und Vorstellungen eine Fehlbesetzung, eine kanonisch nicht zu billigende Vergebung sehr übel ausschlagen sollte für den Frieden und das religiöse Leben einer ausgedehnten Pfarrgemeinde.
Empfohlene Zitierweise:
Pfarrgemeinde Böhmisch-Röhren an Bischöfliches Ordinariat Budweis vom 06. Januar 1921 , Anlage, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Dokument Nr. 6440, URL: www.pacelli-edition.de/Dokument/6440. Letzter Zugriff am: 12.12.2019.
Online seit 14.05.2013, letzte Änderung am 25.06.2013