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N. N.

* n. e., ✝ n. e.
Vertrauensperson Pacellis
Bitte beachten Sie die Informationen unter "Analyse".
Analyse
Die genannte Person stand entweder dem Münchener Erzbischof Faulhaber oder dem Jesuitenprovinzial Köster nahe, denn nur Personen aus diesem Umfeld konnten von der Meinungsverschiedenheit erfahren haben. Es scheint weniger wahrscheinlich, dass ein Vertrauter Faulhabers Informationen an Pacelli weitergab, als dass sich ein Jesuit bei Pacelli über den Erzbischof beschwerte, in der Hoffnung, der Nuntius würde auf den Erzbischof einwirken, damit dieser energischer gegen die Hoffmannsche Religionspolitik protestieren würde. Geht man von dieser Annahme aus, so kann vermutet werden, dass sich der Informant zwischen den folgenden vier Jesuiten befindet, mit denen Pacelli in anderen Angelegenheiten in vertraulichem Kontakt stand: Leopold Fonck SJ (Biographie Nr. 1095), Clemens Blume SJ (Biographie Nr. 2069), Franz Ehrle SJ (Biographie Nr. 5003) und Heinrich Sierp SJ (Biographie Nr. 19083).
Aus dem Nuntiaturbericht über die Notwendigkeit einer Studienreform in Deutschland vom 25. März 1919 (vgl. die Dokumente Nr. 6575 und Nr. 5277) geht hervor, dass sich Pacelli in Laufe des letzten Jahres mit Leopold Fonck SJ getroffen hat. Möglicherweise hat Fonck bei einem dieser Treffen den entsprechenden Hinweis auf Faulhaber gegeben.
Clemens Blume SJ war der Beichtvater des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und Reichskanzlers Georg von Hertling. Pacelli leitete am 9. September 1918 (Dokument Nr. 3039) vertrauliche Informationen Blumes an Gasparri weiter. Daher scheint es möglich, dass Blume, der in München wohnte, in der Angelegenheit Faulhaber den Kontakt zu Pacelli gesucht hat.
Pacelli beauftragte den ehemaligen Schriftleiter der Jesuitenzeitschrift "Stimmen der Zeit" in München, Franz Ehlre SJ, im November 1918 damit, einen Übersetzer für ein theologisches Werk zu suchen (Dokument Nr. 2069). Anfang 1919 hielt sich Ehrle wahrscheinlich noch immer in München auf (Dokument Nr. 9674) – laut dem Eintrag im BBKL befand er sich 1916-1918 dort. Auch bei ihm scheint daher eine Intervention in Sachen Faulhaber möglich.
Auch der zeitgenössische Schriftleiter der "Stimmen der Zeit", Heinrich Sierp SJ, in dessen Auftrag Pacelli mehrfach an den Heiligen Stuhl berichtete, erscheint als Informant Pacellis möglich.
Empfohlene Zitierweise
N. N., in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Biographie Nr. 29057, URL: www.pacelli-edition.de/Biographie/29057. Letzter Zugriff am: 15.11.2019.
Online seit 17.06.2011, letzte Änderung am 16.12.2013
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