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Janustempel

Janus war im wörtlichen Sinn der römische Gott des Durchgangs (von ianua, "Durchgang", "Tor") bzw. der Zweispältigkeit. Die Ikonographie stellt ihn regelmäßig mit zwei, bisweilen auch mit vier Gesichtern dar. Sein Kult war ausschließlich öffentlich-politisch, nur zwei private Dedikationen an Janus sind erhalten. Der Kult war mit Durchgangsriten der Pubertät verbunden, denen die jungen Adligen ursprünglich unterworfen waren.
Zwei Janusaltäre sind durch die literarische Überlieferung in Rom nachweisbar Der wichtigste Kultbau war der Janus Geminus am Forum Romanum, dessen genauer Standort bisher allerdings noch nicht nachgewiesen werden konnte. Er war vermutlich ursprünglich ein hölzerner, bronzebeschlagener Doppeltorbau, der später erneuert und zu einer Art Schrein für die über 2 Meter hohe bronzene Janusstatue gemacht wurde. Der Torbau hatte im Osten und Westen je ein Flügeltor, in deren Richtung die beiden bärtigen Gesichter der Statue schauten. In Kriegszeiten waren die Tore geöffnet. Nach einem Sieg Roms ließen einige Kaiser wie Octavian Augustus die Tore schließen. Die Statue selbst ist seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert bezeugt und trug als Attribute Schlüssel und Stab. Einen eigentlichen Tempel hatte Janus auf dem Forum Holitorium beim Marcellustheater in Rom. Gaius Duilius lobte ihn in der Seeschlacht von Mylae 260 v. Chr., Augustus restaurierte das Gebäude, Tiberius weihte den Tempel neu und verlegte den Stiftungstag auf den 18. Oktober.
Literatur
GRAF, Fritz (Princeton), Janus, in: Der Neue Pauly, Bd. 5, Stuttgart 1998, Sp. 858-861, in: referenceworks.brillonline.com (Letzter Zugriff am: 18.03.2013).
Empfohlene Zitierweise
Janustempel, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 10003, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/10003. Letzter Zugriff am: 08.08.2020.
Online seit 02.03.2011, letzte Änderung am 23.02.2017
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