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Kölnische Volkszeitung

Die "Kölnischen Blätter" konnten nach mehreren erfolglosen Anläufen im Jahr 1860 als katholische Tageszeitung gegründet werden. 1869 wurden sie in "Kölnische Volkszeitung" (KV) unbenannt. Sie war parteipolitisch unabhängig, katholisch, konservativ und patriotisch. Sie trat für den rheinisch-westfälichen Flügel der Zentrumspartei ein, sprach sich für die Christlichen Gewerkschaften aus und war im Vergleich zur Berliner "Germania" politisch weiter links angesiedelt. Seit 1872 erschien die KV zweimal, ab 1898 dreimal täglich. An Bedeutung gewann die KV ab 1888, als sie durch den neu hinzugenommenen Handelsteil auf Augenhöhe zur "Frankfurter Zeitung" und zum "Berliner-Börsen-Courir" aufstieg.
Die KV war bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs die bedeutendste katholische Tageszeitung. Während des Krieges unterstützte sie die Politik der Reichsregierung. In der Weimarer Republik begrüßte die KV die neugewonnene Verantwortung der Zentrumspartei für die Reichspolitik. Spätestens seit Mitte der 1920er Jahre vertrat sie kompromisslos die offizielle Linie der Zentrumspartei. Sie verstand sich als staatserhaltend und staatstragend, stand in der politischen Mitte und wollte zum Ausgleich beitragen. Die KV wurde 1941 durch die Nationalsozialisten verboten.
Literatur
Jahrbuch der Tagespresse, Bd. 2, Berlin 1929, Sp. 310.
KRAMER, Rolf, Kölnische Volkszeitung (1860-1941), in: FISCHER, Heinz-Dietrich (Hg.), Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts (Publizistik-historische Beiträge 2), Pullach bei München 1972, S. 257-268.
Empfohlene Zitierweise
Kölnische Volkszeitung, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 11028, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/11028. Letzter Zugriff am: 14.12.2019.
Online seit 24.03.2010
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