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Parität

Parität meint die rechtliche Gleichbehandlung von Interessengruppen, im (kirchen-)geschichtlichen Zusammenhang insbesondere die verschiedener religiöser Bekenntnisse. Die Frage nach dem Verhältnis der einzelnen Bekenntnisse und ihrer Behandlung durch den Staat erlangte im gemischtkonfessionellen Heiligen Römischen Reich deutscher Nation besondere Bedeutung. Hier wurde das Prinzip der Parität auf Reichsebene teilweise angewandt. Auf der Ebene der Einzelstaaten galt seit dem Augsburger Religionsfrieden 1555 und spätestens seit dem Westfälischen Frieden 1648 dagegen das Prinzip "Cuius regio, eius religio".
Seit dem 18. Jahrhundert wurde die Forderung nach Glaubenseinheit auf Grundlage der naturrechtlichen Begründung des Staates mittels Gesellschafts- und Unterwerfungsvertrag zunehmend von der Vorstellung verdrängt, dass Religion eine Privatangelegenheit sei. In den Staaten des Reichs und später in denen des Deutschen Bundes wurde diese Vorstellung zunächst in Form institutioneller Parität umgesetzt, d. h. die einzelnen Religionsgesellschaften wurden mehr oder weniger gleichgestellt. Freilich dominierten nach wie vor einzelne Bekenntnisse wie der Katholizismus in Österreich und der Protestantismus in Preußen. Die staatsbürgerliche Parität setzte sich im 19. Jahrhundert erst nach der institutionellen durch. In Bayern war die Parität seit Maximilian von Montgelas ein Staatsgrundsatz.
Literatur
BRAUNEDER, Wilhelm, Parität, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, in: referenceworks.brillonline.com (Letzter Zugriff am: 25.01.2016).
WEIS, Eberhard, Die Begründung des modernen bayerischen Staates unter König Max I. (1799-1825), in: SCHMID, Alois (Hg.), Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. 4: Das neue Bayern. Von 1800 bis zur Gegenwart, Teilbd. 1: Staat und Politik, München 22003, S. 3-126, hier 85-87.
Empfohlene Zitierweise
Parität, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 13088, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/13088. Letzter Zugriff am: 11.12.2019.
Online seit 31.07.2013, letzte Änderung am 15.02.2016
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