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Konzil von Trient

Das Konzil von Trient, das mit Unterbrechungen von 1545 bis 1563 tagte, war das maßgebliche Konzil der katholischen Kirche für die Neuzeit, dessen Beschlüsse die römisch-katholische Kirche in den folgenden Jahrhunderten prägten. Es richtete sich gegen die Reformation und ihre Theologie, konnte ihre Ausbreitung jedoch nicht mehr verhindern. Die Beschlüsse des Trienter Konzils lassen sich in dogmatische und Reformdekrete einteilen.
Die dogmatischen Dekrete, die insbesondere der Abgrenzung vom Protestantismus dienten, legten das nizänokonstantinopolitanische Glaubensbekenntnis, die Bibel und die Tradition als Grundlage des katholischen Glaubens fest. Des Weiteren regelten weitere Dekrete die katholische Lehre von der Erbsünde, der Rechtfertigung, den Sakramenten im Allgemeinen und im Besonderen, dem Fegefeuer, der Heiligen-, Reliquien- und Bilderverehrung sowie den Ablässen.
Die Reformdekrete, die sich gegen lange kritisierte Missstände in der Kirche richteten, verboten die Anhäufung von Pfründen und schärften die Residenzpflicht für Inhaber von Pfründen ein. Sie verlangte eine Reform der Ausbildung des Klerus und stellte deren Aufträge der Verkündigung und der Seelsorge heraus. Zur Durchführung der Reformen verlangten die Konzilsväter Visitationen und Klerusversammlungen (Diözesan- und Provinzialsynoden). Dem Papst wurden verschiedene Aufgaben übertragen, die er in relativ kurzer Zeit erledigte: die Überarbeitung des Index verbotener Bücher, der Vulgata, und der liturgischen Bücher für die Feier des Messe, des Stundengebets der Kleriker, der Sakramente und Sakramentalien sowie die Erarbeitung eines Katechismus.
Nachdem das Konzil die katholische Lehre in Abgrenzung zum Protestantismus formuliert und die katholische Reform eingeleitet hatte, gelang es den Päpsten das Aufkommen eines befürchteten neuen Konziliarismus im Keim zu ersticken und endgültig die Führerschaft der römisch-katholischen Kirche zu erobern.
Quellen
DENZINGER, Heinrich / HÜNERMANN, Peter (Hg.), Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen. Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Freiburg im Breisgau / Basel / Wien 402005, S. 494-582.
EHSES, Stephan u. a. (Hg.), Concilium Tridentinum. Diariorum, actorum, epistularum, tractatuum nova collectio, 13 Bde., Freiburg im Breisgau 1901-2001.
WOHLMUTH, Josef (Hg.), Conciliorum oecumenicorum decreta. Dekrete der ökumenischen Konzilien, Bd. 3: Konzilien der Neuzeit, Paderborn u. a. 2003.
Literatur
FRANCOIS, Wim / SOEN, Violet (Hg.), The Council of Trent: Reform and Controversy in Europe and Beyond (1545-1700), 3 Bde., Göttingen 2018.
JEDIN, Hubert, Geschichte des Konzils von Trient, 5 Bde., Darmstadt 2017.
WALTER, Peter, Trienter Konzil, in: Enzyklopädie der Neuzeit 7 (2008), Sp. 761-766.
WASSILOWSKY, Günther, Teilnehmer ohne Stimme? Zur Rolle der Theologen auf dem Konzil von Trient, in: MOONEY, Hilary Anne-Marie / RUHSTORFER, Karlheinz / TENGE-WOLF, Viola (Hg.), Theologie aus dem Geist des Humanismus. Festschrift für Peter Walter, Freiburg im Breisgau 2010, S. 416-431.
WASSILOWSKY, Günther, Trient, in: MARKSCHIES, Christoph / WOLF, Hubert (Hg.), Erinnerungsorte des Christentums, München 2010, S. 395-412.
WASSILOWSKY, Günther, Reformatio in Capite? Das Konzil von Trient und die Reform des Papsttums, in: Römische Quartalschrift 103 (2008), S. 172-187.
Empfohlene Zitierweise
Konzil von Trient, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 13090, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/13090. Letzter Zugriff am: 18.10.2019.
Online seit 03.06.2013, letzte Änderung am 24.10.2013
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