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Franziskanerinnen

Die franziskanische Ordensgemeinschaft besteht aus drei Gruppen, auch Orden genannt. Der erste Orden umfasst den von Franziskus gegründeten Männerorden der Minderen Brüder (OFM), der zweite Orden den von Franziskus und Klara von Assisi gegründeten Frauenorden der Klarissen (OSC). Der dritte Orden, den Franziskus ebenfalls ins Leben rief, umfasst Männer und Frauen, die außerhalb des Klosterlebens franziskanische Ideale in Familie und Beruf leben wollen. Hinzu kommt der später entstandene regulierte dritten Orden, deren weiblicher Zweig "Schwestern nach der 3. Regel" (WENDLANDT, So. 133) oder Franziskanerinnen genannt wird. Die Franziskanerinnen lebten damit unter milderen Regeln als die Klarissen, orientierten sich jedoch in einem klösterlichen Leben nach dem franziskanischen Ideal. Sie entstanden aus Gemeinschaften von Frauen, die wie Franziskus im frühen 13. Jahrhundert in klösterlichen Verbänden das Armutsideal leben wollten. Anfangs gab es Auseinandersetzungen zwischen Franziskus und diesen Gemeinschaften, da Franziskus sie nicht als Teil der franziskanischen Familie sah und eine seelsorgliche Betreuung durch Franziskaner ablehnte. Erst nach seinem Tod gelang es, diese klösterlichen Gemeinschaften neben den ersten beiden und den bestehenden Drittorden als regulierten dritten Orden in die Franziskaner zu integrieren. Voraussetzung dazu waren vor allem die erlassenen Regeln von den Päpsten Innozenz IV. (1246), Nikolaus IV. (1289) und Leo X. (1521). Meist haben die Franziskanerinnen im Gegensatz zu den Klarissen keine Klausur und betätigen sich nicht kontemplativ, sondern sozial-karitativ. Als Vorbild gilt oft die heilige Elisabeth von Thüringen. Der Habit ist meist braun, schwarz oder grau.
Literatur
BORNE, Fidentius van den, Terziaren, Klösterliche T. I. vom hl. Franz., in: Lexikon für Theologie und Kirche 10 (1938), Sp. 4 f.
FRANK, Karl Suso, Franziskanerinnern, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 4 (1995), Sp. 37-41.
FRASCADORE, Ermenegildo, Francescane, suore, in: Dizionario degli Istituti di Perfezione 4 (1977), Sp. 182, 190-216.
GRUNDMANN, Herbert, Religiöse Bewegungen in Mittelalter. Untersuchungen über die geschichtlichen Zusammenhänge zwischen der Ketzerei, den Bettelorden und der religiösen Frauenbewegung im 12. und 13. Jahrhundert und über die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Mystik, Darmstadt 41977, S. 253-284, 303-312.
HEIMBUCHER, Max, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 2, Paderborn 31934, ND München / Paderborn / Wien 1965, S. 21-48.
KUSTER, Niklaus, Franz und Klara von Assisi: Eine Doppelbiografie, Kevelaer u. a. 2016.
LEHMANN, Leonhard, Terziaren, Terziarinnen, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 9 (2000), Sp. 1349-1352.
SCHWAIGER, Georg, Terziaren, in: DERS. (H.), Mönchtum. Orden. Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Lexikon, München 1993, S. 428 f.
SCHWAIGER, Georg, Franziskaner, Minoriten, Kapuziner, Klarissen, in: DERS. (H.), Mönchtum, Orden, Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Lexikon, München 1993, S. 428 f.
WENDLANDT, Hans Carl, Franziskanerinnen, in: Lexikon für Theologie und Kirche 4 (1932), Sp. 133-137.
Empfohlene Zitierweise
Franziskanerinnen, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 1426, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/1426. Letzter Zugriff am: 23.10.2019.
Online seit 24.06.2016, letzte Änderung am 10.09.2018
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