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Friedensbund Deutscher Katholiken

Der Gründung des Friedensbunds Deutscher Katholiken (FDK) im Oktober 1919 in München ging ein zweijähriger Prozesse voraus. Auslöser für die Gründung war vor allem die klare Friedensbotschaft Papst Benedikts XV. während des Ersten Weltkriegs. Aus organisatorischen Gründen war der FDK bis 1923 als nationaler Verbund dem "Weltfriedenswerk vom Weißen Kreuz" in Graz untergeordnet, dem der FDK-Mitbegründer Max Josef Metzger als Generalsekretär vorstand. Neben Metzger waren Anfang der 1920er Jahre die beiden Geistlichen Magnus Jocham, der mit dem Zentrumspolitiker Matthias Erzberger in Kontakt stand, und Pater Franziskus Maria Stratmann OP die bestimmenden Persönlichkeiten im FDK bis die katholische Friedensbewegung im Laufe der Jahre auf breitere Beine gestellt wurde. Der Friedensbund verstand sich sowohl als geistige wie auch als politische Friedensbewegung, die in der katholischen Kirche beheimatet war, wenn sie auch eigenständig als Verein organisiert war und nicht der kirchlichen Hierarchie unterstand. Dennoch suchte der FDK den Kontakt zum deutschen Episkopat und zu Nuntius Pacelli. 1928 bestand der Friedensbund aus schätzungsweise 9.000 Mitgliedern, die sich in Ortsgruppen engagierten. Somit war er die zweitgrößte pazifistische Organisation in der Weimarer Republik. Hinzu kamen 53 katholische Vereine mit 35.000 Mitgliedern, die sich korporativ dem FDK anschlossen. Bereits in den 1920er Jahren warnten Friedensbundmitglieder vor dem Nationalsozialismus. Am 1. Juli 1933 wurde der FDK zerschlagen und zahlreiche Mitglieder verhaftet.
Nach der Wiedergründung im Jahr 1946 bestand der Friedensbund nur für fünf Jahre.
Literatur
BREITENBORN, Konrad, Der Friedensbund Deutscher Katholiken. 1918/19-1951, Berlin 1981.
HÖFLING, Beate, Katholische Friedensbewegung zwischen zwei Kriegen. Der "Friedensbund Deutscher Katholiken" 1917-1933 (Tübinger Beiträge zur Friedensforschung und Friedenserziehung 5), Waldkirch 1979.
LENZ, Kurt / FABIAN, Walter (Hg.), Die Friedensbewegung. Ein Handbuch der Weltfriedensströmungen der Gegenwart. Unter Mitarbeit von 64 hervorragenden in- und ausländischen Vertretern des Pazifismus, Berlin 1922, S. 295.
75 Jahre katholische Friedensbewegung in Deutschland. Zur Geschichte des "Friedensbundes Deutscher Katholiken" und von "Pax Christi" (Probleme des Friedens 2), Idstein 1995.
RIESENBERGER, Dieter, Der "Friedensbund Deutscher Katholiken" und der politische Katholizismus in der Weimarer Republik, in: DERS., Den Krieg überwinden. Geschichtsschreibung im Dienste des Friedens und der Aufklärung (Schriftenreihe Geschichte und Frieden 14), Bremen 2008, S. 180-203.
RIESENBERGER, Dieter, Die katholische Friedensbewegung in der Weimarer Republik, Düsseldorf 1976.
Empfohlene Zitierweise
Friedensbund Deutscher Katholiken, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 15095, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/15095. Letzter Zugriff am: 30.10.2020.
Online seit 31.07.2013, letzte Änderung am 25.02.2019
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