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Russische Exilgemeinden in Berlin

In Berlin bestanden aufgrund der verschiedenen politischen Richtungen und den Spaltungen innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche in Russland (ROK) wie der russisch-orthodoxen Auslandskirche (ROKA) im Jahr 1926 drei Gemeinden: Die Gemeinde in der Fasanenstraße unterstützte die sogenannten "Erneuerer" und den Moskauer Patriarchen Sergij (Stragorodskij). Die "Nachodstraßengemeinde" unterstand dem Pariser Metropoliten Evlogij, der zunächst zur ROKA gehörte, sich 1926 aber der ROK zuwandte. Zuletzt entstand die von der ROKA nach der Synode vom Juni 1926 gegründete Gemeinde unter Bischof Tichon (Ljaščenko), die Evlogijs Annäherung an Moskau ablehnte.
Evlogij hatte zudem erst im August 1926 die Gesamtleitung der ROKA auf Grundlage des Dekrets 106 des inzwischen verstorbenen Patriarchen Tichon (Bellavin) von 1923 für sich beansprucht.
Literatur
CHRYSOSTOMUS, Johannes, Kirchengeschichte Rußlands der neuesten Zeit II: Das Moskauer Patriarchat ohne Patriarchen 1925-1943, München 1966.
Russisch-orthodoxe Kirche; Schlagwort Nr. 18104.
Russisch-orthodoxe Kirche im Ausland; Schlagwort Nr. 1615.
SCHLÖGEL, Karl, Berlin: "Stiefmutter unter den russischen Städten", in: Der große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917 bis 1941, München 1994, S. 234-259.
Spaltungen der russisch-orthodoxen Kirche in der Sowjetunion; Schlagwort Nr. 1603.
Versammlung der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland in Sremski Karlovci im Juni 1926; Schlagwort Nr. 1604.
VOLKMANN, Hans-Erich, Die russische Emigration in Deutschland 1919-1929 (Marburger Ostforschungen 26), Würzburg 1966.
Empfohlene Zitierweise
Russische Exilgemeinden in Berlin, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 1606, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/1606. Letzter Zugriff am: 29.09.2020.
Online seit 29.01.2018
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