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Ernährungsausschuss des Departements Nord

Im April 1915 wurde das "Comité d'alimentation du Nord", der Ernährungsausschuss Nord" gegründet, nachdem der Industrielle Louis Guérin aus Lille mit den "Comité National Belge" und dem "American Comitee for Relief in Belgium" in Kontakt getreten war. Die deutschen Besatzer stimmten der Gründung zu, da sie sich somit der Versorgung der französischen Zivilbevölkerung entledigen konnten. Die Lebensmittel wurden durch das "Comité National Belge" zumeist aus den USA und Großbritannien beschafft, das "Comitee for Relief in Belgium" nahm die Ware an und verfrachtete sie. Der "Ernährungsausschuss Nord" verteilte die Lebensmittel unabhängig von den deutschen Behörden an die Bezirkskomitees in Lille, Douai und Fourmies, sowie an die Ortsgruppen, die es in jeder besetzten Kommune gab. Da der "Ernährungsausschuss Nord" keinerlei Devisen aus der besetzten Zone ausführen konnte, wurden die Waren vom "Comité National Belge" bezahlt. Einwohner, die Geld zur Verfügung hatten, bezahlten die gelieferten Güter, Bedürftige erhielten sie kostenlos. Es wurden ca. zwei Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt. Durch dieses Engagement konnte der Hungerproblematik effektiv begegnet werden. Die "Commission for Relief in Belgium" wurde Ende Dezember 1918 aufgelöst.
Literatur
COLLINET, Paul / STAHL, Paul, Le ravitaillement de la France occupée (Histoire économique et sociale de la Guerre Mondiale / Série française), Paris / New Haven 1928.
WALLART, Claudine, Plünderungen, Requisitionen und Nahrungsmittelknappheit, in: www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com (Letzter Zugriff am: 14.05.2013).
Empfohlene Zitierweise
Ernährungsausschuss des Departements Nord, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 17034, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/17034. Letzter Zugriff am: 13.10.2019.
Online seit 04.06.2012, letzte Änderung am 03.06.2013
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