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Erste Sitzung des Siebener-Ausschusses am 28. August 1917 zur päpstlichen Friedensinitiative

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Richard von Kühlmann, schlug in der ersten Sitzung des Siebener-Ausschusses am 28. August 1917 vor, dass die Reichsregierung ihre Antwort auf die päpstliche Friedensinitiative solange zurückhalten sollte, bis die Regierungen der Entente geantwortet hätten. Darüber hinaus sollten in der deutschen Antwort lediglich die "großen Prinzipien" und keine Detailfragen behandelt werden. Die Vertreter der Mehrheitsparteien im Reichstag stimmten diesen Vorschlägen mit Ausnahme der zur belgischen Frage zu. Das Deutsche Reich müsse die Bereitschaft zur Räumung Belgiens deutlich zum Ausdruck bringen. Der Konservative Kuno Graf von Westarp und die Vertreter des Bundesrats stellten sich allerdings auf den Standpunkt Kühlmanns, dass das Reich mit Belgien seine bedeutendste Karte in späteren Friedensverhandlungen nicht vorzeitig aus der Hand geben dürfe.
Pacelli stützte sich in seinem Nuntiaturbericht vom 30. August 1917 (Dokument Nr. 398) auf ein Sitzungsprotokoll, das er vom Zentrumsabgeordneten Matthias Erzberger erhalten hatte.
Quellen
Erzberger an Pacelli vom 28. August 1917, in: AAV, Arch. Nunz. Monaco, pos. 413, fasc. 1, fol. 26r-27r.
MATTHIAS, Erich / MORSEY, Rudolf (Bearb.), Der Interfraktionelle Ausschuß 1917/18, Bd. 1 (Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien I 1), Düsseldorf 1959, Nr.40, S.168-180.
Literatur
HUBER, Ernst Rudolf, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 5: Weltkrieg, Revolution und Reichserneuerung 1914-1919, Stuttgart u. a. 1978, S. 348 f.
Empfohlene Zitierweise
Erste Sitzung des Siebener-Ausschusses am 28. August 1917 zur päpstlichen Friedensinitiative, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 19013, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/19013. Letzter Zugriff am: 23.09.2020.
Online seit 24.03.2010, letzte Änderung am 25.02.2013
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