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Unterstützungszahlungen der badischen Regierung an Geistliche in der Weimarer Republik

Das Land Baden bezuschusste die Besoldung von Pfarrern in den 1920er und 30er Jahren mit mehreren Gesetzen:
Am 29. Juli 1921 beschloss der Landtag ein Gesetz, dass die bestehende Aufbesserung für Pfarrgehälter auf Grundlage der Gesetze vom 15. Juni 1914 und dem 18. Mai 1899 erhöhte. Dadurch wurden die Aufbesserungszuschüsse für katholische Pfarrer bis Ende 1924 auf 350.000 Mark, für evangelische Pfarrer auf 300.000 Mark und für altkatholische Pfarrer auf 8.000 Mark angehoben.
Am 19. Dezember 1924 wurden die Zuschüsse bis Ende des Jahres 1928 verlängert und auf 1.050.000 Mark für katholische, 900.000 Mark für evangelische, 24.000 Mark für altkatholische Pfarrer sowie 23.000 Mark für die israelische Landessynagoge und 3.500 Mark für die Landesgemeinde erhöht.
Am 5. Juli 1928 wurde die bestehende Regelung bis zum 1. April 1931 verlängert.
Am 3. April 1930 schließlich wurden weitere zeitlich gestaffelte Zuschüsse für die einzelnen Geistlichen verabschiedet. Hierbei sollten die katholischen Pfarrer vom 1. April 1931 bis zum 1. April 1933 einen Zuschuss von 894.900 Mark bekommen, der für den Zeitraum vom 1. April 1933 bis zum Ende des Jahres 1934 laut Gesetzestext auf 832.400 Reichsmark schrumpfen sollte.
Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Baden berührte die Unterstützungszahlungen ausdrücklich nicht.
Quellen
Gesetz. Die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln (18. Mai 1899), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1899), S. 128-132.
Gesetz. Die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln (15. Juni 1914), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1914), S. 175.
Gesetz über die Änderung des Gesetzes über die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln vom 18. Mai 1899, in der Fassung vom 15. Juni 1914 (29. Juli 1921), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1921), S. 170.
Gesetz über die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln (19. Dezember 1924), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1924), S. 307.
Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln (5. Juli 1928), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1928), S. 261.
Gesetz über die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln (3. April 1930), in: Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt (1930) S. 85.
Hirtenbrief vom 13. Dezember 1923, in: Anzeigenblatt für die Erzdiözese Freiburg 30, 13. Dezember 2015, S. 357-360.
Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Baden, in: HUBER, Ernst Rudolf / HUBER, Wolfgang (Hg.), Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. 4: Staat und Kirche in der Zeit der Weimarer Republik, Berlin 21990 ND Darmstadt 2014, Nr. 193, S. 354-358.
Empfohlene Zitierweise
Unterstützungszahlungen der badischen Regierung an Geistliche in der Weimarer Republik, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 19096, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/19096. Letzter Zugriff am: 29.03.2020.
Online seit 18.09.2015, letzte Änderung am 26.06.2019
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