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Burgfriedenspolitik

Am 4. August 1914 stimmte die sozialdemokratische Fraktion im Reichstag bis auf zwei Enthaltungen für die Annahme der Kriegskredite. Sie beteiligten sich damit an der Burgfriedenspolitik im Deutschen Reich. Für die Dauer des Krieges sollten innenpolitische Auseinandersetzungen im nationalen Interesse zurückgestellt werden. Kaiser Wilhelm II. prägte diesbezüglich die Formel: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche".
Die Burgfriedenspolitik war jedoch innerhalb der SPD nicht unumstritten. Mit der unerwartet langen Dauer des Krieges, den Debatten über die preußische Wahlrechtsreform und die Organisation der Heimatfront begann der Burgfrieden spätestens 1916 zu bröckeln. Letztlich war er der Grund, der im April 1917 zur Abspaltung der Unabhängigen Sozialdemokratische Partei (USPD) von der SPD führte.
Literatur
MIX, Andreas, Burgfrieden, in: www.dhm.de (Letzter Zugriff am: 08.05.2015).
KRUSE, Wolfgang, Krieg und nationale Integration. Eine Neuinterpretation des sozialdemokratischen Burgfriedensschlusses 1914/15, Essen 1993.
MILLER, Susanne, Burgfrieden und Klassenkampf. Die deutsche Sozialdemokratie im Ersten Weltkrieg (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 53), Düsseldorf 1974.
VERHEY, Jeffrey, Burgfrieden, in: HIRSCHFELD, Gerhard / KRUMEICH, Gerd / RENZ, Irina (Hg.), Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn u. a. 2009, S. 400-402.
VERHEY, Jeffrey, Der "Geist von 1914" und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000.
Empfohlene Zitierweise
Burgfriedenspolitik, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 2083, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/2083. Letzter Zugriff am: 06.03.2021.
Online seit 02.03.2011, letzte Änderung am 17.12.2014
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