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Württembergischer Landtag, Weimarer Republik

Gemäß der Württembergischen Landesverfassung vom 26. April 1919 und in ihrer revidierten Fassung vom 25. September 1919 wurde der Landtag in freier und gleicher Wahl berufen. Er hatte seinen Sitz in Stuttgart.
Dem Landtag oblagen die Gesetzgebung, die Wahl des Staatspräsidenten und die Kontrolle der Regierung. Der Staatspräsident und die einzelnen Minister waren vom Vertrauen des Landtags abhängig und konnten vom diesem in ihrer Gesamtheit oder einzeln durch Misstrauensvotum entlassen werden. Nach jeder Neuwahl des Landtages waren die Neuwahl des Staatspräsidenten und die Neubildung des Gesamtministeriums erforderlich.
Falls außerordentliche Ereignisse ein sofortiges Eingreifen erforderlich machten, hatte das Gesamtministerium die Möglichkeit, bei nichtversammeltem Landtag, Notverordnungen zu erlassen.
Die am 12. Januar 1919 gewählte Verfassunggebende Landesversammlung erklärte sich am 28. Mai 1919 zum "Landtag im Sinne der Verfassungsurkunde". Die folgenden Landtagswahlen fanden stets parallel zu den Reichstagswahlen statt. Die ersten regulären Wahlen des Landtages erfolgten am 6. Juni 1920. Es folgten Landtagswahlen am 4. Mai 1924, am 20. Mai 1928 und am 24. April 1932.
Quellen
Verfassung Württembergs vom 25. September 1919, in: Regierungsblatt für Württemberg 1919, Nr. 30, S. 281-292.
Verfassungsurkunde des freien Volksstaats Württemberg vom 26. April 1919, in: Regierungsblatt für Württemberg 1919, Nr. 14, S. 85-110.
Verfassungsurkunde des freien Volksstaates Württemberg, in: WITTREK, Fabian (Hg.), Weimarer Landesverfassungen. Die Verfassungsurkunden der deutschen Staaten 1918-1933, Tübingen 2004, S. 710-720.
Literatur
FALTER, Jürgen / LINDENBERGER, Thomas / SCHUMANN, Siegfried, Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik. Materialien zum Wahlverhalten 1919-1930 (Statistische Arbeitsbücher zur neueren deutsche Geschichte), S. 113.
HUBER, Ernst Rudolf, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 6: Die Weimarer Reichsverfassung, Stuttgart u. a. 1981, S. 789 f.
RABERG, Frank (Bearb.), Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815-1933 (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg), Stuttgart 2001.
SAUER, Paul, Der württembergische Landtag, in: BLICKLE, Peter (Hg.), Von der Ständeversammlung zum demokratischen Parlament. Die Geschichte der Volksvertretungen in Baden-Württemberg, Stuttgart 1982, S. 205-223.
SAUER, Paul, Württemberg in der Weimarer Republik, in: SCHWARZMAIER, Hansmartin / SCHAAB, Meinrad (Hg.), Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 4: Die Länder seit 1918 (Veröffentlichung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg), Stuttgart 2003, S. 73-150, hier 81.
Empfohlene Zitierweise
Württembergischer Landtag, Weimarer Republik, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 25049, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/25049. Letzter Zugriff am: 04.06.2020.
Online seit 04.06.2012, letzte Änderung am 25.03.2013
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