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Archimandrit

Der aus dem Griechischen stammende Begriff umfasst verschiedene Funktions- und Ehrenbezeichnungen v. a. für Ordensgeistliche der Ostkirchen.
Die Bezeichnung, die sich aus den griechischen Bestandteilen αρχηγός (Anführer, Herrscher) und μάνδρα (Schafherde) zusammensetzt, wurde zunächst für den Abt eines Klosters verwendet. Im Laufe der Zeit wurde er auch in besonderer Weise für die Vorsteher von einflussreichen und wichtigen Klöstern verwendet. Ebenso wurden ab dem 11. Jahrhundert die Vorsteher von Klosterverbänden Archimandrit genannt. Ein katholisches Äquivalent hierzu ist der Erzabtstitel.
Des Weiteren findet sich der Titel seit dem 18. Jahrhundert neben der Amtsbezeichnung je nach Regionaltradition der autokephalen Teilkirchen der Orthodoxie auch als Ehrentitel für verdiente Welt- und Ordenspriester. In der russisch-orthodoxen Kirche z. B. blieb der Begriff eher auf Ordensgeistliche beschränkt.
Der Titel kann durch einen Bischof, Metropoliten oder Patriarchen verliehen werden. Dazu wird dem Kandidaten ein Brustkreuz überreicht sowie ein Kreuz- oder Krummstab. In der russischen Tradition wird ihm auch die Mitra aufgesetzt.
Literatur
HERMAN, Emil, Archimandrit, in: Lexikon für Theologie und Kirche 1 (1930), Sp. 617.
NEDUNGATT, George, Archimandrit, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 1 (1993), Sp. 948.
Empfohlene Zitierweise
Archimandrit, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 28074, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/28074. Letzter Zugriff am: 16.09.2019.
Online seit 24.10.2013, letzte Änderung am 17.12.2014
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