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Kantianismus

Der Kantianismus war eine philosophische Bewegung in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, die die theoretischen und methodischen Prinzipien der Metaphysik- und Erkenntniskritik, die Immanuel Kant durch seine Transzendentalphilosophie begründet hatte, positiv rezipierte und weiterentwickelte, was zu einer popularphilosophischen Verbreitung der Kantschen Philosophie führte. An vielen Universitäten fand die Bewegung fakultätsübergreifend als philosophische Schulmeinung ihren Platz. Der Kantianismus bildete auch den Nährboden für den Deutschen Idealismus.
Von Seiten des kirchlichen Lehramtes wurden Kants rationalistische Anfragen an die Metaphysik und die Reduktion seiner Religionsphilosophie auf den Bereich der Ethik kritisiert. Entgegen der neuscholastisch geprägten Schultheologie versuchten einige Theologen – darunter Hermes und Blondel – das Denken Kants in die Theologie zu integrieren.
Literatur
BAUMGARTNER, Hans Michael, Kant, Kantianismus, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 5 (1996), Sp. 1198-1201.
BONDELI, Martin, Kantianismus und Fichteanismus in Bern. Zur philosophischen Geistesgeschichte der Helvetik sowie zur Entstehung des nachkantischen Idealismus, Basel 2001.
MALTER, Rudolf, Kant/Neukantianismus I, in: Theologische Realenzyklopädie 17 (1993), S. 570-581.
SCHNEIDER, Artur, Kant, in: Lexikon für Theologie und Kirche 5 (1933), Sp. 787-790.
Empfohlene Zitierweise
Kantianismus, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 28088, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/28088. Letzter Zugriff am: 13.11.2019.
Online seit 24.10.2013, letzte Änderung am 29.09.2014
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