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Freisinger Bischofskonferenz 1918 vom 17.-18. Dezember

Die Konferenz des bayerischen Episkopats in Freising sollte ursprünglich am 13. und 14. November 1918 stattfinden, aber infolge der Novemberrevolution und der Wirren des Kriegsendes wurde der Termin auf den 17. und 18. Dezember des Jahres verschoben. Die Angabe Schioppas im Nuntiaturbericht an Gasparri vom 28. November 1918 (Dokument Nr. 251), die Konferenz werde am 10. und 11. Dezember stattfinden, war nicht korrekt.
Die bayerischen Bischöfe besprachen in der ersten Sitzung am 17. Dezember als Punkt IV. das Thema der "Mischehen nach dem neuen Codex und [die] Aufhebung der Provida". Beschlossen wurde eine baldige Bekanntgabe der Canones des Codex Iuris Canonici von 1917 zum Ehehindernis der Bekenntnisverschiedenheit in den diözesanen kirchlichen Amtsblättern und die Verkündigung der Abschaffung der Konstitution Provida vom 18. Januar 1906. Die Pfarrer sollten daran erinnert werden, die Gläubigen vor dem Eingehen einer Mischehe zu warnen.
Unter Punkt IX über "Standesaufgaben und Standesorganisation des Klerus" beriet der bayerische Episkopat über die Notwendigkeit von Priestervereinen. Von Augsburg war bereits die Anregung zur Gründung eines Bayerischen Katholischen Priestervereins ergangen, in einigen Bistümern war mit bischöflicher Gutheißung die Gründung eines Diözesanverbandes im Gange. Dagegen machte der Eichstätter Bischof Johannes Leo von Mergel schwere Bedenken geltend, denn solch eine Standesorganisation bedurfte der Genehmigung RomS. Da drei Bischöfe die Gründung eines solchen Klerikerverbandes ablehnten, wurde kein bayerischer Priesterverein gegründet.
Des Weiteren besprachen die Bischöfe u. a. die zu erwartende Aufkündigung des bayerischen Konkordates von 1817 durch die neue republikanische Regierung (VI. Punkt), das Verhältnis von Kirche und Schule und das Schulprogramm der neuen Regierung (VII. Punkt) sowie die Drucklegung und Verbreitung der "Instructio pro confessariis de usu et abusu matrimonii" der Fuldaer Bischofskonferenz (VIII. Punkt). Die Bischöfe beschlossen darüber hinaus die endgültige Fassung des "Offizium Patronae Bavariae", eines Chorgebets für Maria, die Patronin Bayerns, (V. Punkt).
Als kurz nach Schluss der Konferenz die Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht bekannt wurde, einigten sich die Bischöfe noch kurzfristig, einen Protest in der Presse zu veröffentlichen.
Quellen
Protokoll der Konferenz des bayerischen Episkopats von 17.-18. Dezember 1918, in: VOLK, Ludwig (Hg.), Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917–1945, Bd. 1: 1917-1934 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte A 17), Mainz 1975, Nr. 28, S. 52-58.
Literatur
Freisinger Bischofskonferenz; Schlagwort Nr. 24080.
Empfohlene Zitierweise
Freisinger Bischofskonferenz 1918 vom 17.-18. Dezember, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 6049, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/6049. Letzter Zugriff am: 17.08.2019.
Online seit 02.03.2011, letzte Änderung am 26.06.2019
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