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Rückzug der deutschen Truppen auf die Hindenburglinie 1918

Durch die hohen Verluste des Kriegsjahres 1916 verlagerte sich das militärische Kräfteverhältnis immer mehr zugunsten der Entente. Nach der für beide Seiten verlustreichen Sommer-Offensive wollte die französische Armee im Frühjahr 1917 die zahlenmäßige Unterlegenheit der Deutschen an der Westfront für einen Überraschungsangriff nutzen. Ein großangelegter Angriff an dem 30 Kilometer langen Höhenzug des Chemin des Dames sollte den deutschen Frontbogen zwischen Arras und der Aisne abschneiden. Die Oberste Heeresleitung erfuhr jedoch von den Planungen und bereitete eine Rückverlagerung der eigenen Frontlinie in das Verteidigungssystem von Arras über St. Quentin bis nach Soissons vor. Diese von den Deutschen "Siegfriedstellung" genannte Verteidigungslinie wurde von den britischen und französischen Mächten "Hindenburglinie" genannt. Der Krieg sollte im Westen von nun an defensiv geführt werden, zumal man auf die Erfolge der deutschen U-Bootflotte hoffte. Der strategische Rückzug der deutschen Truppen begann Ende Februar 1917. Dabei verwüstete die deutsche Armee systematisch das aufgegebene Gebiet und zerstörte alle kriegsrelevanten Einrichtungen. Die erhebliche Verkürzung der Front setzte auf deutscher Seite um die 20 Divisionen frei. Die Entente, die von dem deutschen Rückzug völlig überrascht wurde, konnte die "Hindenburglinie" erst im Oktober 1918 kurz vor dem Waffenstillstand von Compiègne durchbrechen.
Literatur
PÖHLMANN, Markus, Siegfried-Stellung, in: HIRSCHFELD, Gerhard / KRUMEICH, Gerd / RENZ, Irina (Hg.), Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn u. a. 2009, S. 838 f.
WICHMANN, Manfred, "Siegfriedstellung", in: www.dhm.de (Letzter Zugriff am: 04.10.2010).
Empfohlene Zitierweise
Rückzug der deutschen Truppen auf die Hindenburglinie 1918, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 8006, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/8006. Letzter Zugriff am: 23.11.2020.
Online seit 02.03.2011
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