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Freisinger Bischofskonferenz 1888, Memorandum vom 14. Juni

Das Memorandum der Freisinger Bischofskonferenz vom 14. Juni 1888 reihte sich in die Liste der Beschwerden des bayerischen Episkopats gegen den Widerspruch zwischen dem bayerischen Konkordat vom 5. Juni 1817 und dem Religionsedikt vom 26. Mai 1818 ein, das jenes teilweise im Sinne der staatlichen aufklärerischen Grundsätze der Toleranz und Parität sowie der Staatskirchenhoheit außer Kraft setzte.
Im Einzelnen wurden u.a. die Handhabung der königlichen Plazets, die Gleichbehandlung der Altkatholiken durch den Staat, das Verbot des Theologiestudiums am Collegium Germanicum in Rom und die ungenügende Berücksichtigung der Wünsche der Bischöfe bei der Besetzung von Theologieprofessuren und Religionslehrerstellen beklagt. Auch die Zustände an den Lehrerbildungsanstalten und den Volksschulen wurden thematisiert. Schließlich bat der Episkopat, dass die bayerische Regierung auf Reichsebene geeignete Schritte zur Beseitigung der Kulturkampfgesetze gegen katholische Priester und Ordensleute unternehme und die Redemptoristen wieder in Bayern zulasse.
Der bayerische Kultusminister Johann Freiherr von Lutz machte in seiner Antwort vom 28. März 1889 lediglich bei der Theologenausbildung sowie beim Gymnasial- und Volksschulunterricht einige Zugeständnisse, lehnte den Rest der Forderungen dagegen ab oder überging sie mit Schweigen.
Quellen
Allerunterthänigste Vorstellung der Erzbischöfe und Bischöfe Bayerns an Se. Königl. Hoheit Prinz Luitpold von Bayern, des Königreichs Bayern Verweser, die Lage der katholischen Kirche in Bayern betreffend vom 14. Juni 1888, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 62, NF 56 (1889), S. 125-141.
Antwort des Königl. bayer. Staatsministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten an die Hochwürdigsten Herren Erzbischöfe und Bischöfe des Königreiches, das bischöfliche Memorandum vom 14. Juni 1888 betreffend vom 28. März 1889, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 62, NF 56 (1889), S. 141-152.
Schreiben des Ministerpräsidenten v. Lutz vom 28. März 1889, in: HUBER, Ernst Rudolf / HUBER, Wolfgang (Hg.), Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. Dokumente zur Geschichte des deutschen Staatskirchenrechts, Bd. 2: Staat und Kirche im Zeitalter des Hochkonstitutionalismus und des Kulturkampfs: 1848-1890, Berlin 21990 ND Darmstadt 2014, Nr. 427, S. 900-905.
Vorstellung der bayerischen Bischöfe an den Prinzregenten Luitpold über die Lage der katholischen Kirche in Bayern vom 14. Juni 1888, in: HUBER, Ernst Rudolf / HUBER, Wolfgang (Hg.), Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. Dokumente zur Geschichte des deutschen Staatskirchenrechts, Bd. 2: Staat und Kirche im Zeitalter des Hochkonstitutionalismus und des Kulturkampfs: 1848-1890, Berlin 21990 ND Darmstadt 2014, Nr. 426, S. 895-899.
Literatur
BRÜCK, Heinrich, Die Culturkampfbewegung in Deutschland (seit 1871), Bd. 2, Münster 1905, S. 236 f.
Freisinger Bischofskonferenz; Schlagwort Nr. 24080.
Empfohlene Zitierweise
Freisinger Bischofskonferenz 1888, Memorandum vom 14. Juni, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 8106, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/8106. Letzter Zugriff am: 27.02.2020.
Online seit 25.03.2013, letzte Änderung am 26.06.2019
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