Instruktion des Heiligen Offiziums an den Apostolischen Vikar in Sofia und Plovdiv, Pejov, vom 24. Januar 1906

In seiner Instruktion vom 24. Januar 1906 antwortete das Heilige Offizium auf eine Anfrage des Apostolischen Vikars von Sofia und Plovdiv, Pejov, bezüglich der Beteiligung nicht-katholischer Mädchen am Chorgesang während der Messe.
Der Vikar hatte in einem vorangegangenen Schreiben die Situation an einer katholischen Schule geschildert, die von Ordensschwestern geleitet und von katholischen wie nicht-katholischen Mädchen besucht wurde. Während der Schulgottesdienste war eine orthodoxe Schülerin am Chorgesang beteiligt. Pejov sah darin keine Gefahr, da der Großteil der Chormitglieder weiterhin aus Katholikinnen bestehe und dies eine gängige Praxis in den Gebieten darstelle, in denen Katholiken und orthodoxe Christen zusammen lebten. Er verwies außerdem auf die pädagogische Unmöglichkeit, die nicht-katholischen Kinder während des Gottesdiensts zum Schweigen zu zwingen und auf die Hoffnung zur Konversion so mancher Schülerin.
Das Heilige Offizium akzeptierte die Argumentation des Apostolischen Vikars und erteilte ihm die Erlaubnis, nach eigenem Ermessen zu handeln, wenn sich eine solche Situation ergeben sollte.
Quellen
Collectanea S. Congregationis de Propaganda Fide seu decreta instructiones rescripta pro Apostolicis missionibus, Bd. 2: Ann. 1867-1906. NN. 1300-2317, Rom 1907, Nr. 2227, S. 467 f.
Empfohlene Zitierweise
Instruktion des Heiligen Offiziums an den Apostolischen Vikar in Sofia und Plovdiv, Pejov, vom 24. Januar 1906, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 482, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/482. Letzter Zugriff am: 04.12.2022.
Online seit 24.10.2013.
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