Dokument-Nr. 6915
Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Alois Fürst zu
: Entwurf, vor dem 18. August 1927
"Weil wir die Freiheit unserer Kirche wollen, weil wir die Freiheit unserer Kirche fordern, darum im letzten Grunde wollen und fordern wir die Freiheit unseres Oberhauptes, die volle weltliche Unabhängigkeit des römischen Stuhles."
Besonders zeitgemäss erscheint heute auch jenes zweite Wort Lieber's:
"Wie die Kirche, wie der römische Papst den Völkern die Freiheit dadurch gab, dass er ihnen die Gesittung gebracht hat, ebenso wird die bedrohte Gesittung und die in der bedrohten Gesittung bedrohte Freiheit der europäischen Völker nur neu gefestigt und gesichert werden können durch die freie Kirche, an ihrer Spitze den freien und unabhängigen Papst."
Im Hinblick auf die zwischen dem Heiligen Stuhl und der deutschen Reichsregierung schwebenden Konkordatsverhandlungen betont die 66. Generalversammlung das Recht der Kirche und des Staates, in
85r
friedlichen
Vereinbarungen die Verwirklichung der in göttlichem Recht begründeten und von der deutschen
Reichsverfassung verbürgten ungestörten Religionsübung zu sichern; sie erwartet auch von den
Mitbürgern anderer Weltanschauung Anerkennung des Lebensinteresses der katholischen
Staatsbürger an der Herstellung eines befriedigenden Verhältnisses zwischen Kirche und
Staat.Eindringlichst ermahnt die Generalversammlung alle deutschen Katholiken, den Heiligen Vater durch freigiebige Spende des Peterspfennigs in der Regierung der Kirche und in Ausübung seiner weltumfassenden Wohltätigkeit zu unterstützen.