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N. N.

* n. e., ✝ n. e.
Agent des Erzbischofs von München und Freising 1922 in Rom
Bitte beachten Sie die Hinweise unter "Analyse".
Analyse
Faulhaber hatte keinen festen Agenten an der Römischen Kurie. Aus den publizierten Akten Faulhabers, seinem Nachlass im Erzbischöflichen Archiv München und seinen Besuchertagebüchern, die ab Ende 2014 unter www.faulhaber-edition.de (Letzter Zugriff am: ) ediert werden, geht hervor, dass die Korrespondenz des Münchener Erzbischofs mit der Römischen Kurie vorwiegend über Pacelli bzw. den bayerischen Gesandten beim Heiligen Stuhl, Otto von Ritter zu Groenesteyn, verlief. In Einzelfällen bediente sich Faulhaber auch der Vermittlertätigkeit des Industriellen Theodor von Cramer-Klett, des Kapuzinerpaters Cölestin Schwaighofer oder eines ihm vertrauten bayerischen Germanikers, 1922 war das wahrscheinlich Franz Müller.
Die Durchsicht der Besuchertagebücher Faulhabers von März bis August 1922 brachte keinen eindeutigen Hinweis auf eine Vermittlertätigkeit das Birgittenkloster Altomünster betreffend. Faulhaber empfing in diesem Zeitraum zahlreiche Personen vor oder nach einer Romreise, jedoch notierte er bei keinem dieser Treffen, der jeweils genannten Person eine Botschaft für die Römische Kurie mitgegeben zu haben. Den Germaniker Franz Müller traf er am 20. März, den Theologieprofessor Martin Grabmann am 2. Mai, seinen alten Freund, den Grafen Alfred von Oberndorff sowie Prinzessin Maria de la Paz de Bourbón y Bourbón am 3. Mai, den Kapuzinerpater Cölestin Schwaighofer am 10. Juli und die Generaloberin der Englischen Fräulein, Isabella Wild, am 12. August. Faulhaber selbst war vom 18. bis 29. Mai 1922 in Begleitung seines Beichtvaters Prälat Johann Baptist Pfaffenbüchler und Prinzessin Paz in Rom. Welche Botengänge er dort in Auftrag gegeben hat, geht aus den einschlägigen Akten in seinem Nachlass nicht hervor. Abschließend muss darauf hingewiesen werden, dass Faulhaber in seinen Besuchstagebüchern mehrmals vermerkte, er habe vertrauliche Schriftstücke des Heiligen Stuhles verbrannt.
Quellen
Besuchertagebücher Faulhabers, Laufzeit 22. Januar 1922 bis 31. Dezember 1922, in: Erzbischöfliches Archiv München (EAM), NL Faulhaber 10007.
HÜRTEN, Heinz (Bearb.), Akten Kardinal Michael von Faulhabers, 1917-1952, Bd. 3: 1945-1952 (Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte A 48), Paderborn u. a. 2002.
Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael von Faulhabers, in: www.faulhaber-edition.de (Letzter Zugriff am: 17.05.2018).
Kritische Online-Edition der Tagebücher von Michael Kardinal von Faulhaber (1911-1952), in: www.ifz-muenchen.de (Letzter Zugriff am: 2014-06-11).
VOLK, Ludwig (Bearb.), Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917-1952, Bd. 1: 1917-1934 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte A 17), Mainz 1975.
VOLK, Ludwig (Bearb.), Akten Kardinal Michael von Faulhabers, 1917-1952, Bd. 2: 1935-1945 (Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte A 26), Mainz 1978.
Empfohlene Zitierweise
N. N., in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Biographie Nr. 445, URL: www.pacelli-edition.de/Biographie/445. Letzter Zugriff am: 24.10.2019.
Online seit 24.10.2013, letzte Änderung am 29.09.2014
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