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Schwestern vom Guten Hirten

Die Schwestern vom Guten Hirten wurden von der französischen Ordensschwester Maria Euphrasia Pelletier (bürgerlich: Rose-Virginie Pelletier) gegründet. Sie trat 1814 in das Kloster der "Schwestern Unserer Frau von der Liebe der Zuflucht" (Notre-Dame de Charité du Refuge) in Tours ein und gründete 1829 mit fünf weiteren Schwestern in Anges (Départements Maine-et-Loire) eine Niederlassung der Schwestern Unserer Frau von der Liebe der Zuflucht, das zum Gründungskloster der Schwestern vom Guten Hirten wurde.
Die Vorstellungen von Maria Euphrasia, aus den autonom verwalteten Niederlassungen der Schwestern Unserer Frau von der Liebe der Zuflucht eine Generalatsverwaltung zu gründen, stießen auf Widerstand im Orden und bei einigen französischen Bischöfen, wobei auch die Spannung zwischen Gallikanismus (Kloster im Autoritäsbereich der Bischöfe) und Ultramontanismus (Kloster im Autoriätsbereich des Papstes) eine Rolle spielte. 1835 bestätigte Papst Gregor XVI. dennoch das Generalat des Klosters von Angers, wodurch dort aus den Schwestern Unserer Frau von der Liebe der Zuflucht die Kongregation Unserer Frau von der Liebe des Guten Hirten wurde. Das Kloster in Angers und dessen Gründungen gehörten von nun an zu den Schwestern vom Guten Hirten. Die neu gegründete Kongregation unterstand nicht mehr wie der alte Orden den Diözesanbischöfen, sondern dem Heiligen Stuhl.
Die ersten Konstitutionen von 1836 standen in der Tradition von Jean Eudes - so wurde auch die Aufgabe, sich um benachteiligte Mädchen und Frauen zu kümmern, übernommen. Allerdings wurden nicht mehr nur Frauen betreut, die sich freiwillig an die Schwestern wandten, sondern die Schwestern gingen vermehrt in Heime, Gefängnisse, Schulen und Krankenhäuser. Während Pacellis Nuntiaturzeit kam es 1926 zu Änderungen der Konstitutionen.
Die erste Niederlassung der Schwestern vom Guten Hirten in Deutschland wurde 1840 in München gegründet. 1927 gab es mit 21 Niederlassungen den historischen Höchststand an deutschen Niederlassungen.
Literatur
ARRAGAIN, Jaques, Nostra Signora della Carità del Buon Pastore, Suore di, in: Dizionario degli Istituti di Perfezione 6 (1980), Sp. 368-371.
HEIMBUCHER, Max, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 2, Paderborn 31934, ND München / Paderborn / Wien 1965, S. 477-481.
HOFMANN, Konrad, Pelletier, in: Lexikon für Theologie und Kirche 8 (1936), Sp. 68 f.
FRANK, Karl Suso, Hirt. Guter Hirt. VI. Religiöse Gemeinschaften vom Guten Hirten, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 5 (1996), Sp. -160, hier 159 f.
GLÄSEL, Kirsten, Zwischen Seelenheil und Menschenwürde. Wandlungsprozesse weiblicher katholischer Ordensgemeinschaften in Deutschland - Die Schwestern vom Guten Hirten (1945-1985), Münster 2013, S. 90-106, 102, 106.
SCHWAIGER, Georg, Schwestern vom Guten Hirten, in: DERS. (Hg.), Mönchtum Orden Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Lexikon, S. 410 f.
Empfohlene Zitierweise
Schwestern vom Guten Hirten, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 1292, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/1292. Letzter Zugriff am: 05.04.2020.
Online seit 24.06.2016, letzte Änderung am 26.06.2019
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