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Zisterzienserinnenabtei Waldsassen

Die Zisterzienserabtei Waldsassen ist eine der ältesten zisterziensischen Gründungen des deutschsprachigen Gebiets, die seit 1864 von Zisterzienserinnen geleitet wird.
1133 stiftete Markgraf Diepold III. das Zisterzienserkloster Waldsassen, das von Mönchen aus Volkenroda (Thüringen) besiedelt wurde. Die Abtei, die durch wirtschaftliche Prosperität bald zu Wohlstand kam, wurde 1147 zum reichsunmittelbaren Stift erhoben. Sie war eine der fünf großen bayerischen Zisterzienserabteien. Ein Einbruch des klösterlichen Lebens stellte 1556 die Konversion Kurfürst Ottheinrichs von der Pfalz zur reformatorischen Bewegung dar, was zur Schließung des Klosters und zur Vertreibung der Mönche führte. Erst 1661 konnte das Kloster, dessen oberpfälzisches Umland mittlerweile zu Bayern gehörte, von der Abtei Fürstenfeld aus neu besiedelt werden. Erneut gelang eine Konsolidierung Waldsassens als eines der Wirtschafts- und Bildungszentren der Oberpfalz. Mit der Säkularisation von 1803 endete die monastische Tradition in Waldsassen erneut. Das Gelände ging in Staatsbesitz über und wurde phasenweise an einen Kattunfabrikanten verpachtet.
Mit dem Ende der Kattunproduktion 1864 stellte sich erneut die Frage der Weiternutzung des ehemaligen Klosters. Auf Vermittlung des Magistrats in Tirschenreuth und des Regensburger Bischofs Ignatius von Senestrey konnte die Ansiedelung von Zisterzienserinnen aus dem Kloster Seligenthal in Landshut erreicht werden. Als Bedingung für die Neugründung wurde dem neuen Konvent vom Staat auferlegt, eine Mädchenschule zu gründen. Dem kamen die Schwestern bereits 1865 nach. Das Kloster, das 1894 zum Priorat erhoben wurde, entwickelte sich zu einer sich selbst tragenden und finanzierenden Einrichtung. 1925 wurde Waldsassen, das mittlerweile 120 Schwestern zählte, zur Abtei erhoben. Erste Äbtissin wurde die seit 1911 als Priorin regierende Richmunda Herrnreither.
Abtei und Schule bestehen bis heute.
Literatur
Geschichte der Abtei Waldsassen, in: abtei-waldsassen.de (Letzter Zugriff am: 05.02.2018).
HEIMBUCHER, Max, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 1, Paderborn 31933, ND München / Paderborn / Wien 1965, S. 361.
HOPPE, Bernhard M., Abt Martin Dallmayr und seine Zeit, in: EHRMANN, Angelika / PFISTER, Peter / WOLLENBERG, Klaus (Hg.), In Tal und Einsamkeit. 725 Jahre Kloster Fürstenfeld. Die Zisterzienser im alten Bayern, Bd. 2: Aufsätze, München 1988, S. 109-124, hier 120-122.
HUBEL, Achim, Stiftsbasilika Waldsassen, München 1983.
KAISER, Herbert, Das Zisterzienserinnenkloster Waldsassen. Von seiner Entstehung bis zur Erhebung zur Abtei. 1864-1925, Waldsassen 1970.
KRAUSEN, Edgar, Der Zisterzienserorden in Bayern, in: EHRMANN, Angelika / PFISTER, Peter / WOLLENBERG, Klaus (Hg.), In Tal und Einsamkeit. 725 Jahre Kloster Fürstenfeld; die Zisterzienser im alten Bayern, Bd. 2: Aufsätze, München 1988, S. 23-42.
SPREITZER, Ludwig, Charme hinter Klostermauern. Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen, Amberg 2013.
Zisterzienserinnen; Schlagwort Nr. 15065.
Empfohlene Zitierweise
Zisterzienserinnenabtei Waldsassen, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 22047, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/22047. Letzter Zugriff am: 25.01.2020.
Online seit 18.09.2015, letzte Änderung am 10.09.2018
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