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Allrussisches zentrales Exekutivkomitee (VCIK)

Im Zuge der Februarrevolution, die 1917 die Zarenherrschaft in Russland beseitigte, bildeten sich im ganzen Land Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets). Am 3. Juni veranstalteten diese in Petrograd den ersten Allrussischen Kongress der Räte der Arbeiter- und Soldatendeputierten. Dieser übertrug dem Allrussischen zentralen Exekutivkomitee (VCIK) mit Sitz in Petrograd die Führung der Geschäfte zwischen den Plenarsitzungen.
In der folgenden Oktoberrevolution gelang es den Bolschewiki, die seit der Februarrevolution parallel zu den Räten bestehende Übergangsregierung unter Alexander Kerenski zu beseitigen. Statt jedoch dem VCIK nun die Macht zu übergeben, schufen die Bolschewiki noch im Oktober den Rat der Volksbeauftragten mit Sitz in Moskau. Diese Parallelexekutive war dem VCIK zwar zunächst verantwortlich, doch sie entriss dem VCIK Schritt für Schritt die Macht. Der VCIK wurde 1922 vom Zentralen Exekutivkomitee der Sowjetunion (CIK SSSR) abgelöst, blieb aber weiterhin für die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) zuständig.
Literatur
ALTRICHTER, Helmut / HAUMANN, Heiko (Hg.), Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod (1917-1953). Dokumente, Bd. 1: Staat und Partei, München 1986, S. 332, in: geschichte.digitale-sammlungen.de (Letzter Zugriff am: 21.02.2013).
HILDERMEIER, Manfred, Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates, München 1998, S. 83 f., 120 f.
Empfohlene Zitierweise
Allrussisches zentrales Exekutivkomitee (VCIK), in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 5053, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/5053. Letzter Zugriff am: 21.09.2019.
Online seit 20.12.2011, letzte Änderung am 25.03.2013
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