Die Verhandlungen zwischen den Mehrheitsparteien und dem am 1. November 1917
von Kaiser Wilhelm II. ernannten Reichskanzler Georg Graf von Hertling um die Bildung
des Kabinetts wurden hart geführt. Der Mehrheitsparteien konnte sich mit ihrer Forderung
nach der Absetzung des Vizekanzlers und Staatssekretär des Innern Karl Helfferich
durchsetzen. Neuer Vizekanzler wurde Friedrich von Payer (Fortschrittliche Volkspartei).
Damit war ein wichtiger Schritt hin zu einer Parlamentarisierung des Reichs gemacht, denn
erstmals hatte der Reichstag nicht nur einen Reichskanzler zu Fall gebracht, sondern er übte
auf die Bildung eines neuen Kabinetts maßgeblichen Einfluss aus.
Hertling wehrte sich
allerdings gegen eine weitere Parlamentarisierung. Die weiteren Personalforderungen, die die
Mehrheitsparteien in den Verhandlungen um die Unterstützung der Kanzlerschaft Hertlings
gestellt hatten, erfüllte er nicht.
Bibliography
HUBER, Ernst Rudolf, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 5: Weltkrieg,
Revolution und Reichserneuerung 1914-1919, Stuttgart u. a. 1978,
S. 398-401.
Recommended quotation
Parlamentarier im Kabinett Hertling, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', keyword no. 18065, URL: www.pacelli-edition.de/en/Keyword/18065. Last access: 07-10-2024.
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