Besetzung des erzbischöflichen Stuhls von München und Freising 1917
Bei der Neubesetzung von Bischofsstühlen in Bayern galten die Bestimmungen des Bayernkonkordats vom 5. Juni 1817. Nach Art. 9 hatte der König von Bayern damit das Recht, "zu den erledigten erzbischöflichen und bischöflichen Stühlen im Königreiche Baiern würdige und taugliche Geistliche zu ernennen, welche die nach den canonischen Satzungen dazu erforderlichen Eigenschaften besitzen. Denselben wird Seine Heiligkeit nach den gewöhnlichen Formen die canonische Einsetzung ertheilen."
König Ludwig III. nominierte den Speyerer Bischof Michael Faulhaber, der am 26. Mai 1917 das Amt des Erzbischofs von München und Freising übernahm.
Sources
Übereinkunft zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl vom 5. Juni 1817, in: HUBER,
Ernst Rudolf / HUBER, Wolfgang (Hg.), Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert.
Dokumente zur Geschichte des deutschen Staatskirchenrechts, Bd. 1: Staat und Kirche vom
Ausgang des alten Reichs bis zum Vorabend der bürgerlichen Revolution, Berlin 21990 ND Darmstadt 2014,
S. 170-177.
Bibliography
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BUSLEY, Hermann-Joseph, Das königliche Nominationsrecht für die Bischöfe in Bayern.
Studien zum bayerischen Konkordat von 1817, in: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 56
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VOLK, Ludwig (Bearb.), Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917-1945, Bd. 1:
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hier LV f.
ZEDLER, Jörg, Bayern und der Vatikan: eine politische Biographie des letzten bayerischen
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