Trennung der Ämter des Reichskanzlers und das des Preußischen Ministerpräsidenten
Hertling allerdings lehnte eine Trennung der beiden Ämter kategorisch ab. Der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger, mit dem Hertling neben anderen Parteiführern Fühlung aufnahm, lehnte die Trennung der Ämter ebenfalls ab. Er fasste auf Hertlings Wunsch ihre gemeinsame Position in einer Denkschrift zusammen. Ein Reichskanzler, der nicht preußischer Ministerpräsident sei, sei lediglich ein Reichskanzler "minderen Rechts", der schwächer als der preußische Ministerpräsident sei.
Quellen
MATTHIAS, Erich/ MORSEY, Rudolf (Hg.), Der Interfraktionelle Ausschuß 1917/18,
Bd. 1, Düsseldorf 1959, Nr. 69, S. 327-332.
Literatur
HUBER, Ernst Rudolf, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 5: Weltkrieg,
Revolution und Reichserneuerung 1914-1919, Stuttgart u. a. 1978,
S. 389 f.
Empfohlene Zitierweise
Trennung der Ämter des Reichskanzlers und das des Preußischen Ministerpräsidenten, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 22006, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/22006. Letzter Zugriff am: 03.04.2025.