Päpstliches Bibelinstitut in Rom
Mit der Leitung wurde der konservative Jesuit Leopold Fonck betraut, der dem Bibelinstitut eine strikt reaktionäre Orientierung gab. Foncks Ziel war es, die Lehre von der Inerranz und Inspiration der Heiligen Schrift in äußerst konservativer Auslegung der Enzyklika "Providentissimus Deus" Papst Leos XIII. gegen diese vermeintlich aufweichende Lehren zu verteidigen.
Erst als Augustinus Bea SJ 1930 Foncks Nachfolge antrat, kam es zu einer sehr vorsichtigen Öffnung des BibelinstitutS. Bea lehrte dort schon ab 1924 als Professor für Exegese, nachdem er zuvor als Provinzial der Jesuiten in München ein Vertrauter und Informant Pacellis geworden war.
Literatur
FONCK, Leopold, Bibelinstitut, päpstliches, in: Lexikon für Theologie und Kirche 2 (1931),
Sp. 285 f.
RITT, Hubert, Bibelinstitut, Päpstliches, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 2 (1994),
Sp. 404.
UNTERBURGER, Klaus, Gefahren, die der Kirche drohen. Eine Denkschrift des Jesuiten
Augustinus Bea aus dem Jahr 1926 über den deutschen Katholizismus (Quellen und Studien
zur neueren Theologiegeschichte 10), Regensburg 2011, S. 25 f.
UNTERBURGER, Klaus, Vom Lehramt der Theologen zum Lehramt der Päpste? Pius XI.,
die Apostolische Konstitution "Deus scientiarum Dominus" und die Reform der
Universitätstheologie, Freiburg im Breisgau / Basel / Wien 2010, S. 233, 238.