Dokument-Nr. 14497
Pacelli, Eugenio
an [Pizzardo, Giuseppe]
München, 17. Mai 1924
Regest
Pacelli erklärt Pizzardo sein großes Bedauern darüber, dem Wunsch des Papstes, Verhandlungen mit dem sowjetischen Botschafter in Berlin Krestinskij aufzunehmen, nicht nachkommen zu können, umso mehr, weil es sich um eine für den Heiligen Stuhl äußerst wichtige Angelegenheit handelt. Er betont, über die üblichen Anfragen von Seiten der deutschen Katholiken, des Staatssekretariats und der Kurienkongregationen hinaus eine Reihe wichtiger Angelegenheiten regeln zu müssen, die all seine Zeit und Kraft fordern. Der Nuntius verweist auf das Wiedererstarken des "furor protestanticus" und auf die "Los von Rom"-Bewegung mit ihren Angriffen gegen Rom, die beobachtet und, wo möglich, bekämpft werden müssen. Als äußerst arbeitsintensiv und sorgenreich führt er auch die letzten Schritte zum Abschluss des Bayernkonkordats an sowie die komplizierten Verhandlungen über ein Konkordat mit Preußen, bei denen der Breslauer Fürstbischof Bertram ungeduldig auf eine endgültige Regelung der Beziehungen zwischen Kirche und Staat drängt. Da auch die hessische Regierung wie die Reichsregierung bezüglich möglicher Konkordate sondieren wollen, kommt weitere Arbeit auf Pacelli zu.Unter dem Hinweis, dass es ihm nicht möglich sei, alles zu tun, was für die Kirche im großen und komplizierten Deutschen Reich getan werden könnte, obwohl er bis spät nachts arbeitet, fragt er Pizzardo, wie er unter diesen Umständen diese neue, so schwierige, für ihn völlig neue und für den Heiligen Stuhl außerordentlich wichtige und daher verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen könne. Vielmehr stellt er klar, nur eine von beiden Funktionen wahrnehmen zu können, um die andere nicht zu vernachlässigen. Da ihm der sowjetische Botschafter in Berlin zudem als undurchsichtig beschrieben wurde, schlägt Pacelli vor, einen weniger beschäftigten Nuntius in einem anderen Land mit sowjetischer Vertretung mit den Verhandlungen zu betrauen. Der Nuntius, der offen erklärt, von Pizzardo als Kenner seiner Situation erwartet zu haben, dass dieser den Vorgesetzten seine Lage erläutert, sodass ihm dieser Auftrag erspart geblieben wäre, ist überzeugt, dass die Vorgesetzten in Rom seine Haltung als Widerwillen interpretieren und die Unrealisierbarkeit der Aufgabe nicht erkennen werden. Daher geht Pacelli davon aus, erneut in Ungnade zu fallen. Offen spricht er seine Frustration aus und den Wunsch, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Entsprechend stellt er seinen Posten als Nuntius in Berlin zur Disposition. Unter dem Hinweis auf den gänzlich privaten Charakter des Schreibens fragt er Pizzardo, wie er aus dieser Sackgasse herauskommen soll. Im Postskript gibt er zudem zu bedenken, dass Verhandlungen zwischen dem Berliner Nuntius und dem russischen Botschafter wahrscheinlich Angriffe von Seiten der völkischen Bewegung hervorrufen würden, vor allem angesichts der Stärke, welche die rechtsgerichteten Parteien in Deutschland erlangt haben.
[Kein Betreff]
Non potrei dirLe abbastanza quanta pena io abbia provato nel ricevere il Dispaccio n. 30628 sulle cose della Russia, giacché da un lato mi duole vivissimamente di non poter eseguire i desideri del S. Padre













60v
l'Interno e della Giustizia venne poco fa col suo Assistente





61r
da lontano non possono rendersi conto
della situazione in cui trovasi un povero Nunzio e prenderanno quindi per cattiva volontà
ciò che è invece pur troppo impossibilità fisica; so qui che cadrò di nuovo in disgrazia,
come mi è accaduto altra volta (senza mia colpa, come è stato dovuto
poi riconoscere); ma che fare? Le circostanze sono molte volte più forti della volontà degli
uomini; il Signore ha permesso questa nuova prova per umiliarmi e mortificarmi e punirmi
delle mie colpe; io la prendo dalle Sue santissime Mani. Ella sa del resto che io non
desidero nessuna promozione; che il mio unico desiderio è di ritirarmi a vita privata, non
per riposarmi, ma per lavorare in campi più confacenti alle mie inclinazioni ed alle mie
attitudini. La S. Sede può quindi mandare quando vuole un altro Nunzio a Berlino
Ho scritto a Lei, personalmente, come sempre

In tale penosa attesa, mi abbandono con fiducia al Signore, il Quale, sebbene voglia provarmi così dolorosamente, pure è inifinitamente [sic] misericordioso e vede il mio reale stato. Con inalterabile affetto
Sempre Suo
+ Eugenio Pacelli
P.S. Data la potenza che hanno acquistato in Germania i partiti di destra, non so nemmeno quale impressione farebbe se il Nunzio a Berlino si mettesse a trattare coll'Ambasciatore dei Sov. È ad ogni modo probabile3 che ciò, risapendosi (che cosa rimane segreto?), procurerebbe forti attacchi da parte dei Deutschvölkische od ultranazionalisti

1↑"Personale" hds. in roter Farbe von unbekannter Hand, vermutlich vom Empfänger,
angestrichen.
2↑"personale" hds.
vermutlich von Pacelli unterstrichen.
3↑"probabile" hds. vermutlich von
Pacelli unterstrichen.